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Öffentliche Sitzung Ortschaftsrat Obergrombach PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Klaus Kehrwecker   
Dienstag, den 17. November 2009 um 19:42 Uhr

Beschluss zu Burgschule gefasst / Doch noch Chance für KOPF-Projekt? / Neue Erkennt-nisse  um das Obergrombacher Rathaus

Schule – Kirche – Rathaus – das waren in früheren Zeiten die wichtigsten Gebäude einer Ortschaft. Burgschule und Rathaus – diese beiden Themen standen bei der letzten öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrats Obergrombach ganz oben auf der Tagesordnung. Bevor die Ortchaftsräte jedoch an die Arbeit gingen, wurde der stellvertretende Ortsvosteher Michael Speck auf sein Amt als Ortschaftsrat eingeschworen.

Dann gehörte die Aufmerksamkeit der Räte und der Zuhörer im vollbesetzten Bürgersaal Rainer Rapp vom Amt für Familie, Schule und Sport der Stadt Bruchsal. Nach der Fülle von Informationen, die Rapp in der letzten Sitzung vermittelte, hatte die Verwaltung einen Entscheidungsvorschlag erarbeitet, der von dem städtischen Mitarbeiter vorgestellt wurde.

„Die neuen Gesetzesvorlagen aus Stuttgart haben uns in Bedrängung gebracht!“ begann Rainer Rapp mit seinem Vortrag. Bisher gibt es in Bruchsal nur zwei zweizügige Schulen: Stirum- und Adenauerschule. Die Grund- und Hauptschulen Obergrombach und Heidelsheim sind davon noch unberührt. „Bisher haben wird in Bruchsal und den Stadtteilen ungefähr 120 Schüler pro Jahr, die die Haupt- oder Werkrealschule besuchen“, offerierte Rainer Rapp, „davon gehen 50 auf die Andauerschule, der Rest verteilt sich.“

Aber: die Schühlerzahlen gehen zurück; die Stadt rechnet in Zukunft nur noch mit 100 Schülern jährlich – wen sich im Überlegungsverhalten von Eltern und Schülern nichts ändert. Die Stadt Bruchsal hat vor, nur die beiden Bruchsaler Schulen Stirumschule und Adenauerschule als „Werkrealschule“ beizubehalten. Die Obergrombacher Burgschule und die Schule in Heidelsheim sollen – zumindest vorläufig – als Grund- und Hauptschulen wie gehabt weitergeführt werden. Ab kommendem Schuljahr entfällt die Standortpflicht für Schulen; aus den Schulen werden „Wahl-schulen“, was bedeutet: Eltern oder Schüler können sich die Schule aussuchen, die  besucht werden soll. Für die Burgschule hätte dies die Konsequenz, dass es weiterhin die 5. bis 9. Klasse geben wird mit der Option, dass die Schüler zur „Werkrealschule“ wechseln können. Bis zur 7. Klase wäre ein Wechsel am einfachsten zu bewerkstelligen, weil ab der 8. Klasse Wahlpflichtfächer eingeführt werden und nicht sicher ist, ob Obergrombach hier das volle Angebot unterbreiten kann. Eine Möglichkeit wäre nach den Worten von Rapp: Burgschule und Stirumschule gehen zumindest im Bereich der Werkrealschule eine Ko-operation ein. In diesem Fall müsste aber einer der „Boß“ sein, und das wäre wohl in dieser Konstellation ohne Zweifel die größere Stirumschule.    
Burgschulrektor Hans-Joachim Hesselschwerdt ergriff das Wort und erklärte: „Egal, wie wir uns drehen und wenden – es gibt keine „gute“ Lösung! Es ist ärgerlich, dass unsere gutfunktionierende Hauptschule aufgegeben werden soll. Hesselschwerdt hatte erst vor wenigen Tagen eine Info-Veranstaltung besucht und konnte mit einer interessanten Zahl aufwarten: „In Baden-Württemberg haben 750 Schulen ähnliche Probleme wie die Obergrombacher Burgschule!“ Im Lehrerkollegium wurde die Sachlage erörtert, und es wurde entschieden: nach Möglichkeit bleiben wir Hauptschule – mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen. Die Lehrinhalte von Hauptschule und Werkrealschule wurden angepasst. Eine Werkrealschule muss „zweizügig“ (sprich: in 2 Klassen) sein, um das geforderte Kursangebot verwirklichen zu können. Deshalb wäre es sinnvoll, in Kooperation mit einer anderen Hauptschule – z.B. Heidelsheim – zusammen zu arbeiten, um die Voraussetzungen der „Zweizügigkeit“ anbieten zu können. Aus seinem Erfahrungsschatz konnte Hesselschwerdt berichten: „In den letzten Jahren bevor-zugten die Burgschüler die Möglichkeit, nach der 9. Klasse Hauptschule die zweijährige Berufsfachschule zu besuchen.

Während noch in der letzten Ratssitzung vor wenigen Wochen Konrektorin Joos – nach damaliger Sachlage – das preisgekrönte „KOPF“-Projekt für gestorben erklärte, konnte Hesselschwerdt einen Lichtblick verkünden: „Da die Lehrinhalte nur in Deutsch, Mathematik und Englisch geändert wurden, jedoch die Fachverbünde in den anderen Fächern weiter bestehen bleiben, gibt es für „KOPF“ vielleicht eine Überlebenschance!“

Ortsvorsteher Jens Skibbe fasste die zur Disposition stehende Entscheidung nochmals zusammen: „Die Burgschule Obergrombach soll nach dem bisherigen System weiterarbeiten mit dem Angebot von Klassen 5 bis 9 der Hauptschule mit den entsprechenden Kursen für die Wahlpflichtfächer, die gefordert werden, damit ein reibungsloser Wechsel zu einer Werkrealschule vorgenommen werden.

Die Fraktionssprecher der im Ortschaftsrat vertreten Parteien äußerten sich zur Sache und stimmten abschließend einstimmig zu: die Burgschule soll – zumindest vorläufig – Hauptschule bleiben. Klaus Kehrwecker

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 03. Januar 2010 um 15:54 Uhr