Obergrombach verliert auch noch letztes Ladengeschäft Bruchsal-Obergrombach. Die „Kommunale Wirtschaftsförderung in Bruchsal“ – seit zwei Jahren ist dieses städtische Projekt im Aufbau. Jetzt stellt die städtische Wirtschaftsförderin diese Birgit Welge in einer öffentlichen Sitzung dem Ortschaftsrat Obergrombach vor. Dabei ging dieser Themenansatz wohl an den direkten Obergrombacher Befindlichkeiten wohl etwas vorbei. Obergrombach besitzt als einziger Bruchsaler Stadtteil kein Industriegebiet und ist somit fast ein reine Wohngemeinde.

Ende letztes Jahr schloss die „Burg-Apotheke“ ihre Pforten für immer, und zum 30. Juli will auch Karin Maier ihr Ladengeschäft wegen Unrentabilität schließen. Nun erhofften sich die Ortschaftsräte Anregungen oder Auswege von der Diplom-Wirtschafts-Ingeneurin Birgit Welge. Diese referierte zuerst einmal über die Ziele und Aufgaben der Wirtschaftsförderung. Sie sieht diese Institution als Mittler, als Kontaktstelle zwischen Wirtschaft und Behörden. Sie berichtete weiter über Firmenbetreuung, Ausweisung von Gewerbeflächen und Standortwerbung.

Auf den Hinweis von Ortsvorsteher Jens Skibbe, dass sich „Obergrombach hauptsächlich Sorgen um die Nahversorgung, um Güter des täglichen Bedarfs“ macht, antwortete Birgit Welke klipp und klar: “Obergrombach hat mit seinen nicht ganz 2.500 Einwohnern Probleme mit der Ansiedlung“ – will sagen: Die Wohngemeinde ist einfach nicht attraktiv für einen Discounter oder Supermarkt. Als Beispiel führte Birgit Welge die Nachbargemeine Helmsheim auf, wo im Ortsetter der einzige Bäcker vor Ort das Licht ausknipste.

Birgit Welke: „Wir haben 32(!) Bäckereien und Backketten angeschrieben, ehe sich einer bereit erklärte, es mit einer Filiale in Helmsheim zu versuchen“. Stadtrat Dr. Wolfram von Müller stellte nüchtern fest:“ Obergrombach ist eine reine Wohngemeinde, dessen Infrastruktur nach und nach wegbricht!“ Und Birgit Welge erklärte: „Auf unternehmerische Standortentscheidungen hat die Kommune wenig Einflussmöglichkeiten“.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Bekanntmachungen“ konnte Ortsvorsteher Skibbe mitteilen, dass an der Ortseinfahrt von Gondelsheim kommend ein Geschwindigkeitsmessgerät installiert wurde und beim Obergrombacher Freibad mehr Pkw-Parkplätze ausgewiesen werden. Für die Anfrage eines Bürgers, wann die öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema „Seniorenheim Obergrombach“ stattfinden soll, konnte der Ortsvorsteher noch keinen Termin benennen.