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Alemannen gehen freiwillig in den Knast PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Klaus Kehrwecker   
Samstag, den 18. Juli 2015 um 13:28 Uhr

Vor rund 25 Jahren hatte der Obergrombacher Wolfgang Golsch eine Idee: Warum sollte man das alljährliche Sportfest der Justizvollzugsanstalt Bruchsal nicht durch ein Fußballturnier, bei dem Teams von jenseits der Mauer gegen JVA-Insassen antreten, bereichern? Man nahm Kontakt mit der VA-Führung und konnte so Begegnungen mit dem runden Ball innerhalb der Gefängnismauern organisieren. Seit dem allzufrühen Tod von Wolfgang Golsch nimmt das FCO-Mitglied die Rekrutierung der Teams von außerhalb in die Hand; in der JVA ist Sportfestleiter Andreas Becker zuständig. Dieses Jahr konnte Ritter 5 Teams für die Teilnahme gewinnen: 2 Mannschaften vom SV 62 Bruchsal, 2 Freizeitmannschaften aus dem Raum Bruchsal und Team vom FC Obergrombach, verstärkt durch Untergrombacher Ballkünstler („FCO an Friends“). Die JVA-Insassen selbst stellten 2 Teams. Als Schiedsrichter fungierten Rolf Göpferich und Mustapha Quertani, beide mit BFV-Lizenz. Gespielt wurde in 2 Gruppen, jeder gegen. Jeweils 5 Spieler einer Mannschaft traten 2 x 8 Minuten gegeneinander an. „Die Begegnungen waren sehr fair, es gab keine Ausschreitungen“, wusste Andreas Ritter zu berichten. Auch für die nicht aktiven JVA-Bewohner war der Sportfest-Sonntag ein „Feiertag“, konnten sie doch länger unter freiem Himmel verweilen als sonst üblich.

Der Fußballclub Obergrombach konnte sich bis zum „Kleinen Finale“ durchkämpfen.

Hier traf er auf das Team „Knast 2“ und konnte die Begegnung mit 4:2 für sich entscheiden und damit Platz 3 belegen.

Für die Fußballer von „draußen“ war es etwas ungewohnt, als beim Betreten des JVA-Geländes ihre Taschen durchsucht wurden. Bereits Wochen zuvor hatte jedes Team Listen mit den Namen von Spielern und Begleitern mit Nummern von Reisepass oder Personalausweis vorlegen müssen.

„Das Turnier verlief ohne Probleme“, resümierte Andreas Ritter, “VZA-Beamte und ihre Klientel waren freundlich und zuvorkommend –wir werden auch im nächsten Jahr wieder freiwillig für einen Tag „hinter schwedische Gardinen“ gehen!“