Bei seiner letzten öffentlichen Sitzung in 2014 konnte sich der Ortschaftsrat Obergrombach über mangeln-den Zuschauerzuspruch nicht beklagen.

Zur Debatte stand eine Gestaltungsanfrage des Pächters der „Grombacher Stuben“ an der Helmsheimer Straße hinsichtlich einer Erweiterung des Biergartens auf städtischem Gelände. Dieses Gelände zwischen der ehemaligen „Festhalle“ und der Turnhalle dient den Obergrombacher Ortsvereinen seit Jahrzehnten als Festwiese bei großen Jubiläen. Zuletzt hatte der Turnverein 2002 bei seiner 100-Jahr-Feier ein großes Festzelt an Ort und Stelle errichtet.

Um den Platz weiter zu nutzen, hatte man schon vor etlichen Jahren den „Grombacher Stuben“ erlaubt, einen dem Lokal zugewandten Teil als Biergarten zu nutzen, allerdings mit der Auflage, keine Betonierten oder sonst wie mit dem Boden fest verbundenen Teile anzubringen.

Auch der Turnverein profitiert von einer ähnlichen Regelung: seine Faustballabteilung nutzt ebenfalls einen Festplatzteil als Wettkampfstätte. Allerdings sind die Pfosten, an denen die abschirmenden Netze befestigt sind, jederzeit abbaubar.

So war bisher gewährleistet, dass der Festplatz jederzeit seiner Bestimmung gerecht werden kann.

Nach den Vorstellungen der „Grombacher Stuben“ soll der Biergarten bis zur Straße verlängert und von einem Landschaftsgärtner gestaltet werden. In Richtung TVO-Halle will man ebenfalls mit einen Kinderspielbereich vorrücken.

Ortsvorsteher Jens Skibbe ließ die anwesenden Vertreter verschiedener Ortsvereine zu Wort kommen: Turnverein, Musikverein, Tischtennisfreunde, Männergesangverein und DRK-Ortsverein nahmen die Gelegenheit zur Äußerung wahr.

Die Vereinsvertreter sehen u.a. die Durchführung von Großveranstaltungen in Gefahr.

Und mehrere Vereine haben bis 2018 „runde“ Jubiläen und denken an Veranstaltungen auf der Festwiese.

Den Äußerungen war zu entnehmen, dass die Vereinsvertreter dem Projekt durchwegs ablehnend gegenüber stehen.

Weiter äußerten sich die Ratsmitglieder zur Sache. Die CDU befürchtet u.a. eine schleichende „Befestigung“ des Platzes und hob die besondere Bedeutung des Platzes für das Obergrombacher Vereinsleben hervor.

Weiter fürchtet sie einen Anstieg der Veranstaltungen in den „Stuben“, die evtl. mit Terminen der Vereine kollidieren.

Die SPD regt an, einen Teil der vor den „Stuben“ liegenden Parkplätze als Biergartenweiterung in Betracht u ziehen und anderweitige Parkmöglichkeiten zu suchen. Die „Freien Wähler“ hoben die unbestrittene Funktion der „Stuben“ als Gästemagnet für Obergrombach hervor, stehen dem Projekt in der vorgestellten Form skeptisch gegenüber.

Sodann schritten die Bürgervertreter zur Beschlussfassung. Mit 10:0 wurde das Ansinnen der „Grombacher Stuben“ einstimmig abgelehnt; die Festwiese soll erhalten bleiben. Allerdings ist man für Alternativ-Vorschläge von Seiten der „Stuben“ gegenüber gesprächsbereit.