Weinbau in Obergrombach

Der Weinbau spielte im Grombachtal zu früheren Zeiten eine wichtige Rolle. Nicht umsonst führt Untergrombach in seinem Ortswappen noch heute einen Trauben-Henkel. Der Wein vom Michaelsberg war weit bekannt, die Hänge des Untergrombacher Hausbergs waren dicht mit Rebstöcken bepflanzt. Die Bearbeitung erfolgte überwiegend in Handarbeit; die steilen Hänge ließen eine maschinelle Bearbeitung nicht zu. Später wurde der Weinanbau am Michaelsberg fast aufgegeben. Der Schwerpunkt verlagerte sich mehr an den Oberlauf des Grombach, nach Obergrombach. Noch während der Zeit des NS-Regimes wurde in Obergrombach eine „Rebaufbaugenossenschaft“ gegründet; später wurde die „Winzergenossenschaft Obergrombach“ ins Leben gerufen.

Zwecks Vermarktung schloss man sich dem Winzerkeller Wiesloch und es wurde eine erste Kelterhalle an der Hauptstraße (gegenüber dem Gasthaus Grüner Baum) erbaut. Hier gaben die Obergrombacher Nebenerwerbswinzer ihre Trauben ab, die hier gekeltert wurden und anschließend mit Tankwagen zum weiteren Ausbau nach Wiesloch transportiert wurden. Die Anbaufläche wuchs durch Flurbereinigungsverfahren; außerdem kamen Winzer aus Helmsheim dazu. So wurde die alte Kelterhalle verkauft und 1971 wurde am Ortsrand direkt unterhalb der Weinberge ein neues Keltergebäude hochgezogen. Zur Hochzeit des Weinanbaus in Obergrombach und Umgebung brachten in den 70iger und 80iger Jahren nahezu 400 Weingärtner ihre Produkte zur neuen Kelterhalle. Dabei handelte es sich durchwegs um Nebenerwerbswinzer; erst später kam ein Haupterwerbswinzer hinzu. Den Obergrombacher war ihr Weinbau so wichtig, dass in den Eingliederungsvertrag mit der Stadt Bruchsal (ebenfalls 1971) ein Passus aufgenommen wurde, im dem sich Bruchsal verpflichtete, ein besonderes Auge auf den Obergrombacher Weinanbau zu haben.

Die Vermarktung durch Wiesloch verschlechterte sich zusehends, so dass in Obergrombach Überlegungen innerhalb der Winzergenossenschaft getätigt wurden, sich von Wiesloch zu lösen und sich der - damals erfolgreichen - WG im benachbarten Weingarten anzuschließen. 1997 schließlich wurde der Wechsel vollzogen, und Obergrombach brachte als „Morgengabe“ seine Kelterhalle mitsamt Anlage mit ein, bezahlt von den Obergrombacher Winzern.

In Wiesloch war die WG Obergrombach lediglich ein Mitglied unter vielen gewesen; jetzt jedoch gaben die Obergrombacher ihre Selbständigkeit auf; die beiden Winzergenossenschaften verschmolzen.

Anfangs wurden die hochgesteckten Erwartungen der Obergrombacher Winzer auch erfüllt, was die Entlohnung für ihre Produkte betraf. Dann jedoch ging das Geschäft zurück, und aus Ratioanlisierungs- und Qualitätsgründen beschlossen die Weingartener die Obergrombacher Kelteranlage zu schließen. Die Obergrombacher Winzergenossen sollten stattdessen ihre Weintrauben nach Weingarten zur dortigen Anlage transportieren. Dies und andere Gründe sorgten dafür, dass die Zahl der abgebenden Obergrombacher Winzer rapide sank. Heute sind es gerade einmal noch zehn Winzer, die ihre Trauben nach Weingarten bringen.

Bisher wurde die Obergrombacher Kelterhalle von den Weingartener nur noch als Lagerhalle benutzt.

Jetzt hat sich die Winzergenossenschaft Weingaren e. G. entschlossen, die ca. 400 qm große Kelter- und Lagerhalle zu verkaufen. Das dazugehörige Grundstück beläuft sich laut Veräußerungsanzeige auf 2.184 qm.

Laut Flächennutzungsplan sind Gelände und Halle als nur „landwirtschaftlich nutzbar“ ausgewiesen.