Wasserversorgung wird verbessert

Mit einem Rückblick auf die überaus gut besuchte Info-Veranstaltung zum Thema „Windpark Obergrombach“ eröffnete  Ortsvorsteher Jens Skibbe die letzte öffentliche Sitzung des Ortschaftsrats Obergrombach.

Skibbe wies u.a. auf den großen Unmut in der Bevölkerung über die mangelnde Information vorab hin und betonte die Wichtigkeit der durchgeführten Veranstaltung.  Mit den Worten „Vielleicht geht der Kelch an uns vorbei!“ begann Stadtrat Dr. Wolfram von Müller (CDU) sein Statement und wies darauf hin, dass aufgrund der geringen Windgeschwindigkeit bis jetzt noch Investor gefunden worden ist.

Abschließend bemängelt von Müller die falsche Energiepolitik der Landesregierung. Ortschaftsrat Alfred Willy (SPD) bemängelte das  „Halbwissen“ vieler Besucher und weis auf die Flächenausweisung durch die Landesregierung hin.  Michael Speck (Freie Wähler) nannte die Vorgaben der Landesregierung ebenfalls eine „falsche Planungsstrategie“.

Sein Fraktionskollege Heinz Speck erklärte: „Es war zu spüren, dass die große Mehrheit der Obergrombacher gegen die Aufstellung von Windkrafträdern sind!“ Speck wies aber auch auf die „Gewinnoptimierung“ von Investoren hin. Durch die großzügigen Subventionen beim Bau von Windkraftanlagen sowie die garantierte Abnahme von windproduzierten Strommengen zum Festpreis über einen Zeitraum von 20 Jahre hinweg wird der angestrebte Zweck von umweltfreundlicher Energie-Erzeugung zweitrangig.

Die Obergrombacher Bürgervertreter hatten schon oft Referenten aus der Kommualverwaltung zu Gast, aber Ralf Frank von der ewb wird in besonderer Erinnerung bleiben. Bei seinem Vortrag „Weiches Wasser für Obergrombach“ war dem „Bereichsleiter Wasserversorgung bei den Stadtwerken Bruchsal“ deutliche anzumerken: der Mann lebt und liebt seinen Beruf.

Zur zeit wird der Wasserbedarf von Bruchsal von drei Stellen gedeckt: vom Wasserwerk zwischen Bruchsal und Büchenau mit fünf Brunnen;
Vom Wasserwerk Heidelsheim mit drei Brunnen und  vom Wasserwerk Untergrombach mit zwei Brunnen und einer Quelle. Die Stadtteile Obergrombach und Untergrombach werden von der Pumpstelle „Unterer Weg“ mit Wasser versorgt. Die Anlage in Bruchsal wird mit einer Osmose-Anlage aufgerüstet. Das „Unterer-Weg“-Wasser hat zur Zeit einen Härtegrad von 24 Grad dH und soll durch Bemischung mit Bruchsaler Wasser auf einen Härtegrad von 8 Grad dH reduziert werden. Dies geschieht durch die Reduzierung von Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat durch das Osmose-Verfahren. Für die Rohrleitungen besteht nach den Worten von Frank keine Gefahr; der pH-Wert von Kupfer wird von 7,1 auf 7,7 erhöht und der Sulfat-Gehalt wird 70 mg/l auf 30 mg/l vermindert.

Durch die Herabsetzung des Wasser-Härtegrades wird in erster Linie einmal Energie bei Betrieb elektrischer Geräte eingespart. Außerdem wird weniger Waschmittel für die Waschmaschine, weniger Spülmittel für den Geschirrspüler sowie weniger Seife beim Handwaschen und weniger Haarwaschmittel benötigt. Ebenfalls freuen dürfen sich Kaffee- und Teetrinker und sowie Aquariumsfreunde.  Weiter wird der Preis für wiederaufbereitetes Wasser sinken; Frank schätz um ca. 0,50 € pro Kubikmeter. Das macht bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 50 m³/Jahr pro Person 25 €.
Die Inbetriebnahme der Umkehrosmose-Anlage bei den Bruchsaler Werken ist für Oktober 2013 geplant; dafür wurden mehrere Millionen € investiert. Der Wasserspezialist wies weiter darauf hin, dass die privaten Entkalkungsanlagen nicht mehr benötigt werden. Er riet den Privathaushalten, die Anlagen fachmännisch ausbauen zu lassen.

Für Obergrombach hat die neue Wasserregelung eine weitere Folge:
Das bisher ausgedehnte Wasserschutzgebiet wird erheblich reduziert. Das hat den Vorteil, dass  mehr Hausbesitzer evtl. mit Erdwärme zur Energiegewinnung liebäugeln können – ein Umstand, der bis jetzt strikt untersagt war.

Über den neuen Wasserpreis konnte der Bruchsaler Wassermeister noch keine Angaben machen.

Ortsvorstehr Jens Skibbe bedankte sich bei Ralf Frank für den fundierten Vortrag.