Der Trommler steht einsam auf einem kleinen Erdhügel und rührt seine Trommel … einige Meter entfernt von ihm steht ein halbes Dutzend Pferde in prächtigen Schabracken, mit mehr oder weniger aufgeregtem Ohrenspiel ob der ungewohnten Laute …

Wir befinden uns auf dem „Bonartshäuser Hof“, einem landwirtschaftlichen Anwesen zwischen Obergrombach und Gondelsheim.

Der ehemalige Hühnerhof hat sich zu einem Paradies für Pferdeliebhaber entwickelt; viele Pferde sind hier untergestellt und werden hier bewegt.

Sechs der Pferde werden zur Zeit auf einen besonderen Einsatz vorbereitet: zur Teilnahme an den mittelalterlichen „Reiter-spielen“ beim 17. Obergrombacher Burgfest

(14. bis 16. Juli 2012). Seit 2002 ist das „Burgfest“ sehr historisch ausgerichtet: im Schlosspark tummeln sich viele mittelalter-liche Gruppen; entlang der Burgstraße bieten Händler ihre Waren feil, und im Hof der Burgschule finden mittelalterliche „Reiterspiele“ statt.

Und um die Pferde an Trommelwirbel zu gewöhnen, hat der Trommler bei der Übungswiese Aufstellung genommen.

Sechs junge Damen proben schon seit Monaten für ihren großen Auftritt beim Burgfest: mit einem Speer aus dem Galopp heraus nach einer Wildschwein-Attrappe werfen, nach einem Becher Wein greifen oder den „Roland“ treffen.

Die Aktionen der Amazonen hat Organisator Tilo Boritz in eine Spielhandlung eingebunden: „Zusammen mit der Ritterschaft Bruchsal haben wie eine Rahmenhandlung entworfen, wo es auch hart zur Sache geht“, so Boritz. Gemeint ist damit Waffenkampf Mann gegen Mann. Aus diesen Kämpfen allerdings werden sich die Burgfest-Knappen-Anwärterinnen wohl-weislich heraushalten.

Merkwürdigerweise dreht auf der Übungswiese beim Bonartzhäuser Hof auch ein Kutschgefährt mit seine Runden. Was es damit auf sich hat, will Tilo Boritz nicht verraten: „Das gibt eine Überraschungseinlage zum Burgfest!“

Wer das Geheimnis gelüftet sehen will, hat dazu während des Burgfestes viermal Gelegenheit: Samstag (14.07.) 17.30 Uhr und 20.00 Uhr sowie Sonntag (15.07.) 14.30 Uhr und 17.00 Uhr.