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Arrangeur Karl-Heinz Frank hat weniger Arbeit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Klaus Kehrwecker   
Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 10:01 Uhr

Guggenmusik Notenschreiber Karlheinz FrankAm letzten Wochenende trat eine Guggenmusik in der Region endgültig von der Bühne ab: nach 20 Jahren lösten sich die Karlsdorfer „Schnoogebatscher“ freiwillig auf. 1991 gegründet, bereicherten die Musiker die Prunksitzungen und Tanzveranstaltungen ihrer Heimatgemeinde. Jetzt zogen sie mangels Nachwuchs einen Schluß-Strich.

Mit dem Ende der „Schnoogebatscher“ hat auch ein Mann in Obergrobmach weniger Arbeit: der Obergrombacher Musiker, Arrangeur und ehemalige Alleinunterhalter Karl-Heinz Frank.

Der 47jährige Polizeibeamte bekam 1974 beim Musikverein Obergrombach Unterricht im Tenorhornspielen; bis heute ist er seiner musikalischen Heimat bei der Seniorenkapelle des MVO treu geblieben. Nebenbei erlernte er noch das Spiel von Tasteninstrumenten und versuchte sich auch an Saxophon und Posaune.  1983 trat der musikbegeisterte Obergrombacher dem Musikorchester der Karlsruher Polizei bei und zog ab 1984 als musikalischer Alleinunterhalter durch die badischen Lande.

1995 übernahm er für ein Jahr die Leitung des Forster Guggenmusik, der „Stobbelhobblär.“ Erste Guggenmusik-Erfahrungen hatte Karlheinz Frank bereits Mitte der 80iger Jahre bei den Obergrombacher „Nashörner“ gesammelt.

Über Forst wurden die Karlsdorfer Guggenmusiker auf ihn aufmerksam. Sie traten an ihn heran mit der Frage: „Kannst Du uns nicht ein paar Stücke für Guggenmusik-Auftritte umschreiben?“ Karlheinz Frank ließ sich nicht lange bitten und schreib so zwischen 1999 bis heute um die 40 Arrangements. Dabei sind  fünf Sätze zu arrangieren: 1. und 2. Trompetenstimme, 1. und 2. Posaune und einmal Bass. Die Schlagwerke orientieren sich frei nach den Blasinstrumenten. Die Schwierigkeiten für die sich bildenden Guggenmusiken jener Zeit war, dass viele Musiker nicht auswendig spielen konnten und jegliches Notenmaterial fehlte. In diese Lücke stieß Karlheinz Frank. Bereits 1995 lieferte er erste Arbeiten für die Forster „Stobbelhobbler“. Um nicht in urheberrechtliche Händel zu kommen, wurde Frank 1993 bereits Mitglied bei der GEMA.

So richtig „in die Szene“ kam er, als er mit einem Schweizer namens Anton Lauber in Verbindung trat, der im Selbstverlag Guggenmusiken mit Notenmaterial versorgte. Eines Tages war Karl-Heinz Frank bei der „Owwergrobacher Rathausstürmung“, die traditionell auch von den Obergrombacher „Nashörner“ begleitet wird. Eines der Stücke der „Nashörner“ kam ihm merkwürdig bekannt vor. Auf seine Nachfrage erhielt er zur Antwort: „Die Noten dazu haben wir im Schweizer Verlag Lauber erstanden!“  Seltsame musikalische Irrwege: so fand das Arragement über die Schweiz wieder seinen Weg wieder zurück ins Grombachtal.

Mit dem Wegfall der Verpflichtungen aus Karlsdorf hat der zweifache Vater jetzt Zeit für sein neustes Projekt: seit Jahren arrangiert und komponiert er Stücke für die herkömmliche Blasmusikbesetzung. Auf stolze 70 Stücke hat er es bereits gebracht, die er über das Internet vertreibt.

Aber die Guggenmusik-Vergangenheit lässt Karl-Heinz Frank nicht los: beim Auftritt der „Nashörner“ bei der diesjährigen Obergrombacher Melkküwwl-Sitzung waren wieder zwei Stücke dabei, die ihm bekannt vorkamen ...