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Gerald Saurer als Bettler beim „Bruchsaler Bergfried Spectaculum“ unterwegs PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Klaus Kehrwecker   
Mittwoch, den 28. April 2010 um 20:28 Uhr

Wem die Gestalt nicht optisch auffällt, der wird spätestens durch ihr infernalisches Gebrüll auf sie aufmerksam: ein Mann, barfuss, in zerlumpten Sackleinen gekleidet, mit Russ und Asche verschmiert, auf einen Stock gestützt, streckt bettelnd die Hand aus und unterstreicht seine Forderung mit lautstarken Artikulationslauten. Die beschriebene Gestalt ist seit rund 20 Jahren auf vielen Mittelalter-Märkten und –Treffen im gesamten Südwesten Deutschlands unterwegs. Dabei handelt es sich Gerald Saurer, Mitglied der Bürgerwehr Heydolfesheim. Anlässlich einer Jubiläums-Theater-Aufführung seiner Bürgerwehr schlüpfte Gerald Saurer kurzerhand in das Bettlergewand und füllt diese Rolle seither sehr überzeugend aus. Inzwischen wurde aus dieser Aktion eine Passion. Zu seiner eigenen anfänglichen Überraschung bekam Gerald Saurer nicht wenig Geld in seiner überzeugenden Bettler-Darstellung zugesteckt. Was damit tun? Der Gedanke, es in die eigene Tasche wandern zu lassen, lag Gerald Saurer fern. Also beschloss er, dass er die Gulden, Pfennige und Dukaten, die er in seinem Bettelsäckel einheimst, karitativen Einrichtungen und sonstigen Bedürftigen zukommen lässt. Über die einzelnen Zuwendungen führt Gerald Saurer akribisch Buch und sammelt die Spenden-Nachweise der begünstigten Institutionen.

Bei der Jahreshauptversammlung der Bürgerwehr vor kurzer Zeit listete er auf, dass er im Jahre 2009 ca. 4.000 € als Bettler für Bedürftige erbettelt und weitergegeben hat: 2.000 @ für Jchtytiose-Kranke, 500 € an Krebs-Kranke, 500 € an Leukämie-Kranke und 1.000 € an sonstige karitative Einrichtungen. Dabei achtete der Mittelalter-Bettler darauf, dass jeder Euro und Cent in Deutschland bleibt. Leider wurde Gerald Saurer auf seinen Bettel-Touren auch schon „angemacht“ wegen seines Auftretens.

Wer der eingangs beschriebenen Gestalt also an den drei Spectaculums-Tagen begegnet, die Geldbörse zückt und ihr etwas in die hand drückt kann sich sicher sein, dass sein Geld in die richtige Schatulle kommt.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 06. Mai 2010 um 20:20 Uhr